Ausführliche Beschreibungen der Workshops

Workshop 1: Die regulative Kraft des Körpers erfahren
Selbstfürsorge und Ressourcenaufbau für PsychotherapeutInnen - AUSGEBUCHT ! -

Margit Epstein, Oldenburg

Ein Atemzug, eine Bewegung und schon ändert sich unser Zustand: der Körper ist eine wesentliche Quelle für unser (Wohl-)Befinden. Das ist das Ergebnis aktueller neurowissenschaftlicher Untersuchungen, die eine enge Wechselwirkung zwischen Körper und mental-psychischen Vorgängen aufzeigen.

Einfache und spielerische Übungen aus dem Kundalini Yoga und Zapchen unterstützen die körperliche und emotionale Regulierung. Sie machen wacher und kreativer. Sie fördern Sicherheit und Präsenz im Körper und laden ein zu einer immer feineren Wahrnehmung und Klarheit. Damit unterstützen sie die Fähigkeit zur achtsamen Kommunikation und helfen bei der Belastungsregulation.

In diesem Seminar erfahren Sie die regulative Kraft des Körpers, um Wohlbefinden unmittelbar zu steigern und zu stabilisieren. Neben den praktischen Übungen lernen Sie das Konzept des Embodiment kennen und nutzen. Ebenso werden die neurowissenschaftlichen Wirkweisen der einzelnen Techniken und ihr Einsatz in der Psychotherapie besprochen. Sie unterstützen dort Selbstwirksamkeitserfahrungen, Emotionsregulierung und Impulskontrolle, erzeugen Musterwechsel, Fokusverschiebung und Zielorientierung.

Alle Übungen lassen sich direkt im therapeutischen Alltag anwenden und sorgen – bei BehandlerIn und KlientIn – nachhaltig für Regulation und entspannte Aufmerksamkeit im Hier und Jetzt.


Literatur:


Henderson, Julie (2010): Embodying_Well-Being: Wie man sich trotz allem wohl fühlen kann

Workshop 2: Energetische Psychotherapie
Überwindung emotionaler Blockaden mit Methoden der Energetischen Psychotherapie - AUSGEBUCHT ! -

 

Christof T. Eschenröder, Bremen

Verfahren zur Verminderung der Intensität dysfunktionaler negativer Emotionen spielten seit den ersten Untersuchungen von Joseph Wolpe eine wichtige Rolle in der Verhaltenstherapie. Methoden der Energetischen Psychotherapie (EP), insbesondere das Klopfen bestimmter Sequenzen von Meridianpunkten und andere multisensorische Stimulierungen führen manchmal in kurzer Zeit zur Verminderung oder zum Verschwinden negativer Emotionen, die durch die Vorstellung belastender Situationen aktiviert werden. Anschließend kann die Glaubwürdigkeit positiver Gedanken und Vorstellungen mit ähnlichen Methoden erhöht werden. Wirksame Behandlungssequenzen können von PatientInnen als Selbsthilfemethode verwendet werden, um emotionale Blockaden zu überwinden.

In diesem Workshop werden Methoden der EP nach Fred Gallo, Gary Craig und Michael Bohne vorgestellt, demonstriert und in Kleingruppen geübt. Weiterhin wird gezeigt, wie Methoden der EP in ein kognitiv-verhaltens¬orientiertes Therapie¬konzept integriert werden können.

Es wird ein Überblick über empirische Untersuchungen gegeben, die die Wirksamkeit der EP bei Angststörungen und posttraumatischen Belastungsstörungen zeigen. Es gibt eine lebhafte theoretische Diskussion zu den Wirkmechanismen der EP-Techniken. Während sich Callahan, Craig und Gallo auf die Meridianlehre der Traditionellen Chinesischen Medizin und den Fluss subtiler Energien im Körper beziehen, betrachten andere Autoren die EP-Techniken als eine neue Art der Desensibilisierung bzw. der dosierten Konfrontation, wobei die Klopfstimulation durch reziproke Hemmung zur Abschwächung belastender Emotionen führt.

Literatur:

Eschenröder, C. T. & Wilhelm-Gößling, C. (Hrsg.) (2012). Energetische Psychotherapie – integrativ. 3., überarbeitete und erweiterte Auflage. Tübingen: dgvt-Verlag.

Bohne, M. (2010). Klopfen mit PEP. Prozessorientierte Energetische Psychologie in Therapie und Coaching. Heidelberg: Carl-Auer.

Selbsthilfebücher:

Bohne, M. (2010). Bitte klopfen! Anleitung zur emotionalen Selbsthilfe. Heidelberg: Carl-Auer.

Gallo, F. P. & Vincenzi, H. (2010). Gelöst - entlastet - befreit. Klopfakupressur bei emotionalem Stress. Kirchzarten: VAK.

Hinweis:

die Fortbildungsbescheinigung dieses Angebotes wird von der Landespsychotherapeutenkammer Bayern nicht anerkannt

Workshop 3: “Du hast keine Chance aber nutze sie“
Vom professionellen Umgang mit hochstrittigen Paaren

Heiner Krabbe, Münster

In diesem Workshop geht es zu einen um ein Verstehen des Konfliktverhaltens hochstrittiger Parteien, zum anderen sollen Interventionsmöglichkeiten bei Hochstrittigkeit an Fallbeispielen vorgestellt und erprobt werden.


Kursinhalte:

  • Konfliktstufen
  • Haltung gegenüber den Konfliktparteien
  • eigene Ressourcen des Therapeuten in diesem Konflikt
  • Merkmale hochstrittiger Parteienkonflikte
  • Entstehungsbedingungen von Hochstrittigkeit
  • Professionelle Interventionsmöglichkeiten im Überblick
  • Interventionen auf der individuellen Ebene (persönliche Krisen)
  • Interventionen auf der inter-psychischen Ebene (zwischen den Parteien)
  • Interventionen bzgl. der Herkunftsfamilie und weiterer professioneller Helfer
  • Professionelle Grenzen der Konfliktarbeit bei Hochstrittigkeit
  • persönliche Grenzen des Therapeuten


Didaktik: Reader, Inputs, Rollenspiele, Klein- und  Großgruppen-Arbeit


Literatur:

Claas-Hinrich Lammers: Emotionsbezogene Psychotherapie. Stuttgart 2007.

Stephanie Paul, Peter S. Dietrich: Expertise B, Wirkungen von Beratungs- und Unterstützungsansätzen bei hochstrittiger Elternschaft. Institut für angewandte Familien-, Kindheits- und Jugendforschung an der Universität Potsdam, 2007.

Workshop 4: Burnout und andere Lebenskrisen
… als Entwicklungsbeschleuniger, Veränderungsagenten und Schlüssel für eine erfolgreiche(re) Lebensgestaltung - AUSGEBUCHT ! -

Klaus Mücke, Potsdam

Nichts stellt unser Leben mehr in Frage und uns auf die Probe als tiefe, existentiell erlebte Krisen – ob es sich dabei nun um ein Burnout-Erleben, um eine Midlife-Crisis oder um andere emotional, psychisch und physisch tiefgreifende Krisen handelt. Und nichts gibt unserem Leben – wohlgemerkt nach überstandener, bewältigter bzw. genutzter psychischer Krise – mehr Kraft, Glück, Erfüllung und gar nicht so selten Weisheit und Dankbarkeit dem Leben gegenüber. Das Krisenerleben und die damit einhergehenden Symptome wie Schlaflosigkeit, körperliche und psychische Schmerzzustände, Selbstzweifel, Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen, Angst- und Panikreaktionen, Schuldgefühle, depressives Erleben mit Kraft- und Antriebslosigkeit, Suizidgedanken etc. machen es uns dabei nicht leicht, die Krise zu bewältigen. Es besteht die große Gefahr, dass wir uns wie Versager fühlen und uns am liebsten aufgeben möchten. Wir sind versucht zu denken, die Krise und die sie begleitenden Symptome hören nicht mehr auf. Und das unsägliche Leiden geht immer weiter. Gerade also in einer Zeit, in der wir all unsere gesamte Kraft brauchen, zehrt das Krisenerleben einen Großteil unserer Widerstandskraft auf und wir müssen uns – ungerechterweise (wer glaubt denn, das Leben sei gerecht?) – doppelt anstrengen und ganz häufig sogar dreifach, weil gerade in einer Krise, die Anfälligkeit bzw. die Anziehungskraft für negative Ereignisse (ein Unglück kommt selten allein) besonders hoch ist, um dem Sog in die Tiefe zu widerstehen und es zu schaffen, gut für uns zu sorgen und entsprechend auf uns aufzupassen. Sich in einer solchen Situation nicht aufzugeben, ist eine herkulische Leistung, die sich allerdings lohnt, weil in der Regel die Heftigkeit einer Krise mit der Intensität des Glücks nach ihrer Bewältigung direkt proportional ist. In diesem Workshop möchte ich Haltungen, (Überlebens-)Strategien, Methoden des Selbstmanagements, sowie verhaltenstherapeutische und systemisch-hypnotherapeutische Anregungen und Interventionen anbieten, welche die Kraftreservoire in einer Krise stärken und nutzbar machen, um gut aus der Krise herauszukommen und persönlich zu wachsen.


Literatur:

Mücke, Klaus (2007a). Hilf Dir selbst und werde, was Du bist. Anregungen und spielerische Übungen zur Problemlösung und Persönlichkeitsentfaltung. Lehr- und Lernbuch: Systemisches Selbstmanagement. 2. Aufl. Klaus Mücke ÖkoSysteme Verlag, Potsdam.

Schmidt, Gunther (2010): Von Stress und "Burn out" zur optimalen Lebensbalance. (Kongress: Hypnose Kongress 2010 - Akute schnelle Interventionen in Klinik und Praxis für Zahnärzte und Ärzte, Berlin, 10. - 12. September 2010, 194 Minuten auf 1 DVD).Auditorium, Müllheim-Baden.