Im Folgenden finden Sie Fragen zu dem Artikel "
Das biopsychosoziale Krankheitsmodell in der Praxis". Bitte markieren Sie die Aussagen, die Sie für zutreffend halten. Bedenken Sie dabei, dass bei jeder Frage eine oder mehrere Antworten richtig sein können!
Welche Probleme können sich bei der Verwendung des geläufigen Begriffs psychosomatische Krankheiten unter Einbezug einer biopsychosozialen Sichtweise ergeben?
- Jeder Störungs- oder Krankheitsverlauf muss als prinzipiell durch psychische und öko-soziale Wirkfaktoren mitbedingt konzipiert werden. Eine separate Kategorie von psychosomatischen Krankheiten ist deswegen unlogisch.
- Der Einfluss psychologischer Determinanten auf die Entstehung und/oder Aufrechterhaltung von Krankheiten ist für die rein medizinische Versorgung (hard core medicine) vernachlässigbar, weshalb der Begriff psychosomatische Krankheit nicht mehr zeitgemäß erscheint.
- Die Einteilung in psychosomatische und nicht-psychosomatische Störungen vernachlässigt das Prinzip der parallelen Verschaltung der beteiligten Systemebenen.
- Der Begriff psychosomatische Krankheit lässt fälschlicherweise auf eine Dichotomie von Organischem und Psychischem schließen.
Richtig: 1,3,4
Welche Wirkungsweise liegt dem Modell der Psychoneuroimmunologie zugrunde?
- Es besteht ein linearer Zusammenhang zwischen psychischen, neurologischen und immunologischen Komponenten.
- Es besteht eine permanente Wechselwirkung (bzw. Kommunikation über messenger-Signale) zwischen dem ZNS, dem Vegetativum, endokrinen Abläufen und Immunsystem
- Mögliche additive Wechselwirkungen zwischen den in b) genannten Systemen erklären die Aufrechterhaltung, nicht aber die Ursache einer Erkrankung.
- Körperliche Betätigung (zB Sport) hat eine nachgewiesen anti-entzündliche Wirkung.
Richtig: 2,4
Im biopsychosozialen Modell werden Gesundheit und Krankheit verstanden als ...
- dichotome Zustände.
- hochkomplexe dynamische Geschehen.
- Ergebnis, welches vom Erfolg oder Misserfolg autoregulativer Bewältigungsmechanismen des gesamten Organismus abhängig ist.
- Begriffe, die in diesem Modell nicht vorgesehen sind.
Richtig: 2,3
Unter Simultandiagnostik im biopsychosozialen Modell versteht man...
- den Einsatz bildgebender Verfahren zur Erhebung relevanter biologischer Parameter im diagnostischen Prozess von psychischen Störungen.
- Diagnostik zum Ausschluss des Vorliegens einer ursächlichen körperlichen Erkrankung bei psychischen Störungen (um z.B. die Indikation für Verhaltenstherapie zu stellen).
- den gleichzeitigen Einbezug biologischer, psychischer und öko-sozialer Informationen bei der Diagnosefindung.
- mulitprofessionelle diagnostische Arbeit mit dem Ziel eines ganzheitlichen (multimodal-integrierten) Krankheitsverständnisses.
Richtig: 3,4
Um sowohl als Problemlöser, Unterstützer (Förderer) als auch Begleiter im Heilungs- bzw. Krankheitsprozess fungieren zu können, benötigen Ärzte und Psychotherapeuten im optimalen Fall nach dem im Text skizzierten Modell:
- psychosoziale (bzw. „psycho-somatische“) Kompetenzen.
- psychotherapeutische Kompetenzen.
- naturwissenschaftliche Kompetenzen.
- neurowissenschaftliche Kompetenzen.
Richtig: 1,2,3
Was beschreibt der Begriff der Emergenz?
- Das kleinste Netzwerk in der Theorie der Körper-Geist-Einheit.
- Das Hervorbringen von Phänomenen auf einer bestimmten Systemebene, welche auf der darunter liegenden Ebene noch nicht vorhanden sind.
- Die ganzheitliche Betrachtung im biopsychosozialen Modell.
- Die Eigenschaften eines „höher liegenden“ Ganzen (z.B. auf der Ebene der Person ein Persönlichkeitsmerkmal) sind nicht vollständig erklärbar durch (und auch nicht reduzierbar auf) die beobachtbaren Gegebenheiten des jeweils darunter liegenden Systems (z.B. biochemische Erregungsmuster auf der neurologischen Ebene).
Richtig: 2,4