Psychotherapeutisches Arbeiten mit schwulen Männern - Ein Beitrag zur Diskussion

Im Folgenden finden Sie Fragen zu dem Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterPsychotherapeutisches Arbeiten mit schwulen Männern - Ein Beitrag zur Diskussion (2007). Bitte markieren Sie die Aussagen, die Sie für zutreffend halten. Bedenken Sie dabei, dass bei jeder Frage eine oder mehrere Antworten richtig sein können!

Als internalisierte Homophobie bezeichnet man im Allgemeinen...

  1. das Gegenteil von Homonegativität.
  2. die Verinnerlichung der Ablehnung von Homosexualität durch Sozialisationsprozesse (z.B. Erziehung, Religion, Schule usw.).
  3. die Verinnerlichung der Ablehnung der eigenen Sexualität, z.B. durch Verdeckung der eigenen homosexuellen Orientierung in der Öffentlichkeit oder im Bekanntenkreis.
  4. die Verinnerlichung der Ablehnung von psychotherapeutischem Arbeiten mit Schwulen oder Lesben seitens des Psychotherapeuten aufgrund bestimmter Wertvorstellungen.

Richtig: b


Nach dem Konzept der Entwicklungsaufgaben von Havighurst (1953) sind Entwicklungsaufgaben charakterisiert durch:

  1. die Betonung einer gewissen Struktur dessen, was als Entwicklungsaufgabe zu gelten hat.
  2. deren identischen Inhalt innerhalb einer Alters bzw. Entwicklungsstufe.
  3. deren Zusammenhang zwischen Ausmaß an Bewältigung mit der Zufriedenheit einer Person
  4. deren Zusammenhang mit der Möglichkeit, auch zukünftige Entwicklungsaufgaben zu bewältigen.

Richtig: a, c, d


Eines der Themen, die der Autor im Rahmen psychotherapeutischen Arbeitens mit schwulen Männern für relevant hält, ist Comingout. Dabei besteht das Ziel in...

  1. der Hinführung zu einem möglichst offenen Umgang mit der eigenen Homosexualität.
  2. der Bearbeitung der Frage, was die eigene schwule Identität ist.
  3. dem Erreichen eines möglichst frühen Comingouts.
  4. der Wiederherstellung der psychischen Gesundheit des Patienten, z.B. unter der Berücksichtigung des Konzepts des Minoritätenstresses.

Richtig: b, d


Welche dysfunktionalen Kompensationsstrategien im Rahmen der Auseinandersetzung mit dem männlichen Geschlechtsrollenstress werden genannt?

  1. Der Versuch, besonders männlich zu wirken (Überkompensation).
  2. Bewußte Auseinandersetzung mit der erfahrenen Verletzung durch beispielsweise Kränkung.
  3. Streben nach Erreichen einer provokativ effeminierten Geschlechtsrolle („sich fügen“)
  4. Anpassung an erlebte Rollenerwartungen, (Überkompensation im Sinne der Schematherapie nach Young, Klosko & Weishaar, 2003)

Richtig: a, c, d


Welche Kriterien therapeutischen Verhaltens werden bei der Arbeit mit schwulen Patienten als Voraussetzung genannt?

  1. Wertfreie Neugier.
  2. Übereinstimmung des Verhaltens des Patienten mit eigenen moralischen Normen.
  3. Ständige Überprüfung eigener heterosexistischer Tendenzen.
  4. Bereitschaft zur wertfreien Analyse möglicher (emotionaler, sozialer) Folgen der Verhaltensstrategien des Patienten.

Richtig: a, c, d


Zur Verbesserung der psychotherapeutischen Versorgung von Schwulen und Lesben hinsichtlich der Ausbildung von Psychotherapeuten werden im vorliegenden Text folgende Vorschläge gemacht:

  1. Wissens- und Kompetenzerwerb bezüglich besonderer Aspekte von Lebenssituationen von Schwulen und Lesben.
  2. Expositionen in schwulen und lesbischen Strukturen im Rahmen themenzentrierter Selbsterfahrung.
  3. Supervision zur Verhinderung des Hineinrutschens in die „Plausibilitätsfalle“
  4. bei schwulen und lesbischen Klienten ausschließlich Supervision durch schwule oder lesbische SupervisorInnen.

Richtig: a, b, c