Psyche und Krebs: Ein Überblick über die Befundlage und deren Implikationen für die psychotherapeutische Praxis

Im Folgenden finden Sie Fragen zu dem Artikel "Psyche und Krebs: Ein Überblick über die Befundlage und deren Implikationen für die psychotherapeutische Praxis". Bitte markieren Sie die Aussagen, die Sie für zutreffend halten. Bedenken Sie dabei, dass bei jeder Frage eine oder mehrere Antworten richtig sein können!

Welche der folgenden Aussagen über den Zusammenhang zwischen der Krebspersönlichkeit typus carcinomatus und der Genese onkologischer Erkrankungen treffen nach dem Stand der Forschung zu?

  • Es gibt eine positive Korrelation zwischen dem Ausmaß an Antiemotionalität/Rationalität und krebsbedingter Mortalität.
  • Psychoneuroimmunologische Prozesse erklären 5 % der Korrelation.
  • Die Datenlage spricht entgegen populärwissenschftlicher Publikationen nicht für eine psychisch beeinflusste Krebsgenese.
  • Der Zusammenhang zwischen der Krebspersönlichkeit und Krebsgenese ist erklärbar durch die Covariabe "Subjektives Stresserleben".

Richtig: 3

Wichtige Therapieziele in der psychotherapeutischen Arbeit mit onkologisch erkrankten Patienten sind unter anderem Reduktion von Rezidivangst, Sterbebegleitung, Verbesserung krankheitsbezogener Kommunikation in der Familie oder Stressreduktion. Welche der folgenden Aussagen über (eher implizite) motivtionale Faktoren im Kontext subjektiver Krankheitstheorien bei ressourcenorientiertem Vorgehen treffen zu?

  • Häufig besteht ein Wunsch nach Kontrolle.
  • Häufig besteht ein Wunsch nach Erhöhung der Selbstwirksamkeit.
  • Die Idealisierung eigener Kräfte erhöht die Überlebenszeit.
  • Bei der Therapieplanung sind prinzipiell alle motivationalen Faktoren zu erheben.

Richtig: 1,2,4

Interventionsstudien belegen, dass

  • psychoonkologische Interventionen unabhängig von der subjektiven Krankheitsverarbeitung die Überlebenszeit erhöhen.
  • psychoonkologische Interventionen mit dem Fokus medizinischer Compliance/angemessenes Gesundheitsverhalten möglicherweise die Rezidivrate senken.
  • psychoonkologische Interventionen mit dem Fokus medizinischer Compliance/angemessenes Gesundheitsverhalten keinen Effekt auf die Rezidivrate haben.
  • psychoonkologische Interventionen mit dem Fokus Krankheitsverarbeitung zu einer Erhöhung der psychischen Leensqualität führen können.

Richtig: 2,4

Zur Gewinnung verlässlicher Aussagen über Kausalitätszusammenhänge zwischen psychischen Faktoren wie Stress oder Depressivität und Krebsgenese eignen sich aus methodischen Überlegungen heraus:

  • Post-hoc-Studien
  • Prospektive Studien
  • High-Risk-Studien
  • Intervenionsstudien

Richtig: 2

Psychologische Krankheitstheorien können sowohl negative als auch positive Konsequenzen für betroffene Patienten und deren Angehörige nach sich ziehen. Das Konzept der "Sinnhaftigkeit" kann eine mögliche positive Konsequenz umschreiben. Darunter versteht man eine Komponente des Konzepts der

  • Leib-Seele-Einheit.
  • Kohärenz.
  • Selbstwirksamkeit.
  • Lebens-Rückblick-Perspektive.

Richtig: 2

Nach Meinung des Autors sollte in der psychotherapeutischen Praxis bei der Behandlung onkologischer Patienten die Funktionalität subjektiver Krankheitstheorien berücksichtigt werden. Gemeint ist damit:

  • Entpathologisieren tabuisierter Themen.
  • Nutzen subjektiver Krankheitstheorien zur Operationalisierung konkreter Behandlungsziele.
  • Aufbau einer guten Therapeut-Patient-Beziehung unter Achtung des ethischen Prinzips der Transparenz.
  • Optimierung des somatischen Behandlungserfolgs durch das Prinzip "Hoffnung"

Richtig: 2,3